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Sich die eigene Zeit frei einteilen: Das ist für viele ein großes Plus der Selbstständigkeit. Wenn du dich dauernd nach anderen richtest, teilen aber in Wahrheit Freund:innen und Familie deine Zeit ein. Sei also besser vorbereitet, wenn es mal wieder heißt: „Du bist doch flexibel!“

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Ich war kaum ein paar Wochen selbstständig, da bekam eine Freundin während unseres Mittagspausen-Spaziergangs eine sehr, sehr gute Nachricht. Kurzentschlossen cancelte ich die Arbeitspläne für Nachmittag und Abend, wir öffneten eine Flasche Sekt und schmissen unsere Party-Playlist an. Vor ein paar Wochen hatte meine Mama Geburtstag und ich fuhr für den Tag hin, um sie zu überraschen. An einem Dienstag. Das hatte ich am Montag entschieden. In solchen Momenten denke ich immer: „Oh ja, genau dafür habe ich mich selbstständig gemacht!“ Manchmal muss man die Feste eben feiern, wie sie fallen.

Spaß macht diese Spontanität aber nur, wenn sie nicht vorausgesetzt wird. Weder meine Freundin noch meine Mutter erwarteten, dass ich den Tag für ihre Feste freiräume. In anderen Situationen habe ich mich aber doch schon gefragt, wer denn nun eigentlich mehr von meiner ach-so-freien Arbeitszeitgestaltung profitiert: mein Umfeld oder ich? Eigentlich immer dann, wenn jemand sagt: „Ach, du bist doch flexibel!“ Gerne auch in Zusammenhang mit kurzfristigen Planänderungen. Die Leute meinen es meist nicht einmal böse. Verteidigen sollte man die eigene Arbeitszeit aber schon.

Zum Beispiel so:

Feste Arbeitszeiten einrichten

Wenn du deine Arbeitszeiten verteidigen willst, musst du erstmal welche haben. Es hält sich immer noch hartnäckig das Gerücht, Solo-Selbstständige würden eben „selbst und ständig“ arbeiten. Wie wäre es, wenn du ab jetzt in der Regel Montag bis Donnerstag von 8 bis 12 und 13 bis 16 Uhr konzentriert an Aufträgen und Projekten arbeitest? Diese Zeiten sind ab jetzt frei von Verwaltungsarbeit, E-Mails beantworten, auf Social Media rumhängen und eben auch Kaffeetrinken mit Freund:innen.

Am besten erzählst du direkt auch allen davon:

… und kommunizieren

Ganz nebenbei im Gespräch lässt du ab jetzt bei Freund:innen und Familie fallen, dass es mit deinen festen Arbeitszeiten richtig gut läuft. Einige werden den dezenten Hinweis sicher sofort verstehen und für diese Zeiten keine Freizeitaktivitäten mehr vorschlagen. Die anderen kannst du daran erinnern, wenn sie es doch tun.

Nein sagen lernen

„Sorry, das geht leider nicht, das kollidiert mit meiner Arbeitszeit.“ Bei Bedarf kannst du erklären, dass es für dich wichtig ist, die Arbeit nicht dauernd zu unterbrechen. „Wenn ich mich mehrere Stunden auf eine Sache konzentriere, bin ich viel schneller fertig“, kannst du zum Beispiel sagen, „aber wir können uns gerne nach meinem Feierabend treffen“.

Humor hilft: „Meine Chefin hat gesagt, …“

Erinnere dich daran: Du bist Chef:in – also verhalte dich auch so! Wenn es dir eher schwer fällt, nein zu sagen, weil du es gerne allen recht machst, fordere deinen inneren Boss heraus. Du kannst auch einen Witz daraus machen: „Sorry, für den Nachmittag hat meine Chefin mir noch ein super wichtiges Projekt auf den Tisch gelegt.“ Dann fällt deinem Gegenüber vielleicht auch auf, dass es keinen Grund gibt, deine Arbeitszeit anders zu behandeln – nur weil du sie dir prinzipiell selbst aussuchst, heißt das nicht, dass sie zur Diskussion steht.

Ab in den Flugmodus

Es klingt so einfach und ist doch so schwer – einfach mal das Handy auszuschalten. Oder zumindest in den Flugmodus. Wenn du für ein paar Stunden nicht erreichbar bist, kann deine Arbeitszeit auch nicht unterbrochen werden.

Nicht pedantisch sein

Wie bei allen Dingen gilt auch hier: Übertreib es nicht. Am Anfang kann es vielleicht schwierig sein auszutarieren, wie streng du mit dir selbst und deinem Umfeld sein musst. Wenn du merkst, dass du über das Ziel hinausschießt, kannst du den Modus immer anpassen oder individualisieren, abhängig davon, wie sehr dein Gegenüber deine Arbeitszeit von sich aus respektiert und auch davon, wie eng ihr seid. Auch „feste“ Arbeitszeiten sind nicht in Stein gemeißelt – die Frage ist nur, wem du das erzählst und wem eben nicht.

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