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Ein gewisses Maß an „wird schon schiefgehen“-Gelassenheit hilft, mit den Unsicherheiten der Solo-Selbstständigkeit klarzukommen. Wenn es darum geht, dich selbst zu versichern, solltest du aber nicht zu knausrig sein. Mein Drei-Stufen-Vorsichtsplan.

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Mein Drei-Stufen-Vorsichtsplan

Zugegeben: Ich bin insgesamt sehr gut versichert. Für mein eigenes Sicherheitsbedürfnis und ruhigen Schlaf nehme ich die Investition aber gerne in Kauf. Am Ende des Tages muss jede:r für sich selbst entscheiden, wie engmaschig er:sie versichert sein will – und mein Drei-Stufen-Vorsichtsplan ist keine Versicherungsempfehlung, sondern lediglich ein Einblick in meine ganz persönlichen Überlegungen hinsichtlich der Frage, wie ich für den Fall aufgestellt bin, wenn doch mal was schiefgeht.  

Pflicht und ein bisschen Kür: Kranken­versicherung

Dieser Punkt steht nicht zur Diskussion: Alle in Deutschland müssen krankenversichert sein. Wer den Berufsgruppen der Künstler:innen und Publizist:innen angehört ist im Normalfall gesetzlich versichert, die Beiträge werden über die Künstlersozialkasse (KSK) abgewickelt. Die übernimmt auch den Arbeitgeberanteil. Unter Umständen kann eine private Zusatzversicherung sinnvoll sein – sei es im stationären Bereich (etwa für eine Chefarztbehandlung) oder im ambulanten Bereich (zum Beispiel eine Zahnzusatzversicherung).  

Basics: Berufs­haft­pflicht und Berufs­unfähig­keits­versicherung

Diese beiden Versicherungen sind für mich ein absolutes Muss. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige (kurz: BU) hat generell sehr viel Sinn, egal ob man selbstständig oder angestellt arbeitet. Gerade unter jungen Menschen in meinem Umfeld beobachte ich oft ein trügerisches Gefühl der Unverwundbarkeit: „Ich bin jung und gesund, was soll mir schon passieren?“  

Ein lebensnahes Beispiel: Eine Bekannte erzählte unlängst von zwei Kolleg:innen, die beide als freiberufliche Sprecher:innen tätig sind. Nach Covid-Erkrankungen fehlt beiden das Lungenvolumen für diese Arbeit. Eine:r hat eine BU, eine:r hat keine. Das Sicherheitsnetz in letzterem Fall: Hartz IV.

Die Berufshaftpflicht wiederum ist der wichtigste Schutzschild bei Forderungen Dritter – ob die gerechtfertigt sind oder nicht, sei einmal dahingestellt. In Anbetracht der Tatsache, dass wir als Solo-Selbstständige mit unserem gesamten privaten Vermögen haften, ist so ein Schutzschild kein Luxus.

Mittelbau: Kranken­tage­geld

Prinzipiell hat man als Solo-Selbstständige:r gar keinen Anspruch auf Krankentagegeld. Für einen geringfügig höheren Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung kann man sich immerhin ab dem 43. Krankheitstag absichern und bekommt dann 70 Prozent des Arbeitseinkommens, maximal derzeit 113 Euro pro Tag. Bis zum 43. Tag ist es immer noch eine ziemliche Durststrecke. Deshalb habe ich noch einen zusätzlichen Wahltarif, über den ich im Falle eines Falls schon ab Tag 15 Krankentagegeld bekommen würde.

Bonus für die ersten Jahre: Arbeits­losen­versicherung

Die freiwillige Arbeitslosenversicherung ist eine, über die ich länger nachgedacht habe. Letztlich habe ich mich dafür entschieden – aber im Gegensatz zur BU oder der Berufshaftpflicht kann man auch ohne gut durchkommen. Hier greift also die Frage nach dem persönlichen Sicherheitsbedürfnis. Ich betrachte die Arbeitslosenversicherung als Bonus für die ersten Jahre, deshalb habe ich sie fristgerecht innerhalb der ersten drei Monate meiner Selbstständigkeit abgeschlossen. Nach fünf Jahren kann man aus der Versicherung wieder austreten – wenn es bis dahin weiter gut läuft, ist das eine Überlegung wert.

Was, wenn ich das alles nie brauche?

Ja, es geht einiges an Geld für die ganzen Versicherungen drauf. Trotzdem sehe ich es so: Wenn ich keine einzige dieser Versicherungen jemals brauche, weil ich nie länger krank und nicht berufsunfähig sein werde, weil ich immer genug Aufträge habe und mich nie mit Ansprüchen Dritter konfrontiert sehe – dann habe ich alle diese Versicherungen gerne bezahlt.  

Versicherungs­pauschale auf Auftrag­geber:innen umlegen

Ein wichtiger Punkt soll am Ende nicht vergessen werden: Es ist deine Verantwortung, dich zu versichern, aber du musst die Kosten dafür nicht von deinem Urlaubsgeld abziehen. Deine Angebote solltest du immer so gestalten, dass die Kosten für diverse Versicherungen unterm Strich auf deine Auftraggeber:innen umgelegt werden. Es lohnt sich, mal alle Versicherungsbeträge fein säuberlich aufzulisten und das nächste Mal daran zu denken, wenn jemand deine Honorarvorstellungen zu hoch findet …

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