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Wenn du schreibst, designst oder eine andere kreative Tätigkeit ausübst, kommst du um das Urheberrecht und den Urheberrechtsschutz nicht herum. Denn bis deine Idee zum Produkt geworden ist, vergeht nicht nur Arbeitszeit, sondern du investierst auch eine Menge Geld. Als Solo-Selbstständige:r im kreativen Bereich bist du vom Gesetzgeber durch das Urheberrecht geschützt. Erfahre jetzt, was das für dich bedeutet.

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Was ist das Urheber­recht und wer ist Urheber:in?

Definition

Das Urheberrechtsgesetz (UrhG) schützt das geistige Eigentum eines Urhebers oder einer Urheberin. Als Urheber:in gelten zum Beispiel Autor:innen, Musiker:innen, Künstler:innen oder Wissenschaftler:innen. Sie sind der bzw. die alleinige Eigentümer:in ihres geistigen Werkes und können bestimmen, ob ihre Schöpfung von anderen Personen verwendet oder gar verändert werden darf (Verwertungsrecht).

Das bedeutet im Grunde genommen für dich als Solo-Selbstständige:n:

Wenn du ein Kunstwerk, ein Logo/Design, einen Text oder ein Computerprogramm erstellt hast, dann besitzt du daran zunächst alle Rechte (Urheberpersönlichkeitsrecht).

Das heißt: Niemand darf deine Arbeiten ohne Genehmigung kopieren, abdrucken, ausstellen oder vervielfältigen. Dazu gehört auch eine Veröffentlichung im Internet.

Besonders Publizist:innen und Künstler:innen bestreiten mit dem Erteilen von Genehmigungen oft ihren Lebensunterhalt. Der Gesetzgeber hat für diese Fälle zusätzliche Bestimmungen erlassen, die im Gesetz für Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) festgehalten sind. Darin wird beispielsweise auch geregelt, dass du als Urheber:in ein angemessenes Honorar erhältst.

Info

Urheber­rechts­reform

Im Februar 2021 hat die Bundesregierung die Umsetzung der EU-Urheberrechtsreform beschlossen. Durch die voranschreitende Digitalisierung, das Wachsen des Internets und vor allem die Nutzung von Inhalten in Sozialen Medien (Bilder, Memes etc.) und die damit einhergehenden Verstöße sah sich die EU gezwungen, die Urheberrechte von Ersteller:innen zu stärken. Zentraler Aspekt dabei ist die urheberrechtliche Verantwortlichkeit bei Upload-Plattformen. Details kannst du auf der Seite der Bundesregierung nachgelesen.

Welche Werke sind urheber­rechtlich geschützt?

Zu den Werken, die urheberrechtlich geschützt sein können, zählen zum Beispiel:

  • Bücher
  • Skizzen
  • Gemälde
  • Computerprogramme und Applikationen (Apps)
  • Choreografien
  • Filme
  • Fotos
  • Plastiken
  • Darstellungen wissenschaftlicher und technischer Art, wie Zeichnungen, Pläne, Karten oder Tabellen
Info

Das Urheberrecht greift in Deutschland automatisch. Es ist weder eine offizielle Anmeldung noch eine besondere Kennzeichnung (beispielsweise mit dem Copyright Zeichen) notwendig. Allerdings kann ein Urheberrechtshinweis von unbefugter Nutzung abschrecken.

Wann greift das Urheberrecht?

Allgemein gilt: Damit das Urheberrecht greift, muss das Werk

  • eine persönliche Idee eines Urhebers oder einer Urheberin sein
  • einen intellektuellen Anspruch haben
  • eine wahrnehmbare Formgestaltung aufweisen
  • individuell sein

Diese Definition ist wichtig, wie folgendes Beispiel zeigt: Fotografien können urheberrechtlich geschützt sein, wenn sie den Kriterien eines Werkes entsprechen. Ein Passbild dagegen wird diese kaum erfüllen und gilt somit nicht als urheberrechtlich geschütztes Werk. Unter anderem deswegen, weil man den intellektuellen Anspruch hier vergebens sucht.

Achtung

Eine bloße Idee ist im Urheberrecht nicht geschützt, die Idee muss bereits als Produkt/Werk ausgearbeitet sein. Das heißt, die Leistung ist geschützt.

Welche Dauer und Schranken sind Urheber­recht verankert?

Beim Urheberrecht gibt es allerdings auch Ausnahmen, und zwar die sogenannten Schranken des Urheberrechts (§§ 44a bis 63a UrhG). Darin ist geregelt, dass es unter bestimmten Voraussetzungen anderen Personen als der Urheber:in gestattet ist, Werke zu verwenden.

  • Für Institutionen der Kulturwissenschaft und die gesamte Allgemeinheit gelten andere Vorgaben als für einzelne Nutzer:innen.
  • Teilweise ist die Nutzung ohne Erlaubnis oder Vergütung zulässig, teilweise muss eine Urheberrechtslizenzgebühr bezahlt werden.

Schutzdauer des Urheberrechts

Streng genommen zählt die Schutzdauer des Urheberrechts nicht als Schranke. Allerdings ist sie durchaus vergleichbar. Für jedes Werk gilt eine gesetzliche Frist für die Verwertung. In Deutschland beträgt die Schutzdauer 70 Jahre nach dem Tod des oder der Erschaffer:in (§ 64 Abs. 1 UrhG). Ist diese Frist abgelaufen, zählt das Werk als gemeinfrei und kann ohne Konsequenzen genutzt werden.

Inwiefern ist das Urheber­recht für dich als Solo-Selbstständige relevant?

Viele Selbstständige bringen mit ihrer Arbeit Werke hervor, die urheberrechtlich geschützt sein können. Sie haben nicht nur die vollständige Verfügungsgewalt darüber, sondern legen auch fest, ob oder in welchem Umfang ihr Werk von anderen genutzt werden darf.

Außerdem gilt: Der oder die Urheber:in

  • kann bestimmen, ob das Werk unter seinem oder ihrem Namen, anonym oder unter einem Pseudonym veröffentlicht wird
  • hat das Recht, Entstellungen des eigenen Werkes durch andere Werke zu untersagen
  • Er darf frei über die Vervielfältigung und Verbreitung seines Werkes entscheiden.
  • Nur er darf Einwilligungen zu Bearbeitungen oder zu Umgestaltungen des Werkes zu erteilen.

Welche gesetzlichen Vergütungs­rechte stehen dem oder der Urheber:in zu?

Als Urheber:in bist du berechtigt, einen Honoraranspruch für die Nutzung seines Werkes geltend zu machen.

Denn einer der Grundgedanken des Urheberrechts ist es, Kreativen eine angemessene Vergütung für ihre Werke zu sichern, wenn diese durch Dritte genutzt werden. Daher sieht das Gesetz Vergütungsrechte vor, die dir auch ohne einen abgeschlossenen Vertrag zustehen. In der Regel werden jedoch Nutzungsverträge abgeschlossen, indem auch die Höhe des Honorars festgelegt wird.

Die Nutzungsverträge sollten folgende Punkte beinhalten:

  • Welches Werk genau betroffen ist
  • Die Nutzungsart: Entweder können vollständige Nutzungsrechte eingeräumt werden oder nur bestimmte, zu welchem Zweck das Werk genutzt wird
  • Zeitspanne der Nutzung
  • Lokale Begrenzungen: Es kann festgelegt werden in welchem Sprachraum, Land oder welcher Region der Nutzer agieren darf
  • Mögliche Beschränkungen
  • Vergütung
Info

Es kann in Deutschland keine vollständige Übertragung des Urheberrechts – zum Beispiel durch Verkauf – an Dritte erfolgen. Die einzige Ausnahme ist der Tod der Erschaffer:in (Erbschaft). Ansonsten erfolgt immer nur eine Übertragung des Nutzungsrechts per schriftlichem Lizenzvertrag.

Was passiert bei einer Verletzung des Urheber­rechts?

Wer ohne das Einverständnis des Urhebers oder der Urheberin ein Werk veröffentlicht, verbreitet oder vervielfältigt, kann strafrechtlich belangt werden. In der Regel kommt es zu einer Abmahnung durch einen Anwalt oder einer Anwältin für Urheberrecht und einer außergerichtlichen Regelung, wobei aber in jedem Fall die Nutzung des Werkes sofort zu unterlassen ist. In schwerwiegenden Fällen kannst du als Urheber:in bei Verletzung deines Rechts Schadensersatzansprüche als Kosten geltend machen.

Info

Urheber­rechts­verletzungen sind unabhängig von der Art der Nutzung

Wenn ein Werk vom Urheberrecht geschützt ist, greift dieser gesetzliche Schutz in jeder Form. Das heißt: Es kommt nicht auf die Art der Nutzung eines Werks an. Egal ob ein Lied als Klingelton verwendet oder das Gitarrenriff niedergeschrieben und als Notenblatt verkauft wird – beide Fälle stellen ohne die Zustimmung des Künstlers oder der Künstler:in eine Urheberrechtsverletzung dar. Urheberrechtsverletzungen können beim Urheber oder der Urheberin oder – wenn beispielsweise Fotos von Plattformen wie Shutterstock verwendet wurden – direkt bei der Plattform gemeldet werden.

Zusammenfassung

Urheberrecht zusammengefasst

  • Das Urheberrecht schützt automatisch das geistige Eigentum, also das Werk, eines Urhebers oder einer Urheberin.
  • Dazu gehören unter anderem Kunstwerke, Texte, Grafiken oder auch Programmiertes.
  • Das Urheberrecht schützt vor der nicht genehmigten Nutzung des Werks. Dabei kommt es nicht auf die Art der Nutzung an.
  • Als Urheber:in kannst du alle oder teilweise Nutzungsrechte an Dritte abgeben. Das geschieht über einen Lizenzvertrag, der Rechte für Dritte einräumt.
  • Wer das Urheberrecht verletzt, kann strafrechtlich belangt werden.
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