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Foto: Rachmaddian Shotz (Unsplash)

Die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten, belastet mehr denn je unsere ökologischen und sozialen Systeme. Der Umgang mit den Auswirkungen ist eine Jahrhundertaufgabe. Sie zu ignorieren ist eine Möglichkeit, damit umzugehen – aber keine, die uns weiterbringt. Eine andere Möglichkeit ist es, diese Aufgabe als Chance zu begreifen – eine Chance auch für Solo-Selbständige.

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Aber wo anfangen mit der Nachhaltigkeit?  

Ein Anfang ist es, nach den Ursachen und Anlässen für ein nachhaltigeres Verhalten und Wirtschaften zu forschen. Weil wir dann besser verstehen, wo wir ansetzen müssen.  

Nachhaltigkeit: Keine Erfindung der Gegenwart

Nachhaltigkeit ist eine seit vielen Jahrhunderten gelebte Praxis. Ein Beispiel dafür ist die Arbeit der Baumeister der Oxford University: Als sie zum Ende des 14. Jahrhunderts den Speisesaal der Universität aus Eichenstämmen errichteten, pflanzten sie zugleich neue Eichen, deren Holz Zimmerleuten im 19. Jahrhundert dazu dienen sollte, über die Jahrhunderte morsch gewordene Balken zu ersetzen. Die damaligen Baumeister dachten in Kategorien des Zukünftigen, die von heute in Kategorien der reinen Gegenwart (Schulz, 2013). Aber warum ist da so?

Shareholder Value even over Nachhaltigkeit

In der heutigen Zeit gelten Unternehmen als erfolgreich, wenn sie maximale Gewinne und Einkommen erwirtschaften sowie das Finanzkapital steigern. Auch dann noch, wenn durch ihre Geschäftstätigkeit die sozialen und ökologischen Probleme verschärft werden – indem sie bewusst die Umwelt zerstören beziehungsweise belasten, Arbeitsplätze vernichten, soziale Standards missachten oder Abhängigkeiten schaffen und ausnutzen. Zu ihrem Vorteil, aber auch zu unserem Vorteil. Und die Politik fördert nicht nachhaltiges Verhalten und Wirtschaften: Laut einer Studie des Umweltbundesamtes beliefen sich die umweltschädlichen Subventionen auf Bundesebene im Jahr 2018 auf 65,4 Milliarden Euro, ohne Zuschüsse durch Bundesländer und Kommunen (Umweltbundesamt, 2021).

Planetare Grenzen bereits in Teilen überschritten

Durch unser Wirtschaften stößt die Gesellschaft immer mehr an die planetaren Grenzen oder hat diese sogar schon überschritten. Über viele Jahrtausende haben wir Menschen im Einklang mit der Natur gelebt oder waren ihr teilweise ausgeliefert. Die Machtverhältnisse auf unserem Planeten haben sich aber in den letzten 200 Jahren verändert. Wir Menschen – aktuell leben über sieben Milliarden Menschen auf der Erde, Tendenz steigend – versuchen weiterhin, die Oberhand über die Erde zu gewinnen.  

Wirtschaftswachstum bedeutet Klimawandel

Wirtschaftswachstum bedeutet Klimawandel, soziale Verwerfungen und Verknappung natürlicher Ressourcen. Noch mehr Wirtschaftswachstum – aus welchen Gründen auch immer – führt zu einem noch schnelleren Klimawandel, zu weiteren sozialen Verwerfungen und zu einer weiteren Verknappung natürlicher Ressourcen. Was aber noch viel mehr wiegt als festzustellen, welche Auswirkungen das Festhalten am Wirtschaftswachstum hat, ist die Tatsache, dass erstens das verbleibende Zeitfenster immer kürzer wird, in dem etwas getan werden kann, und dass zweitens die erforderlichen Maßnahmen zur Abmilderung der Folgen des Klimawandels, zur Reduzierung der sozialen Verwerfungen und des Verbrauchs natürlicher Ressourcen immer gewaltiger ausfallen müssen, um etwas zu bewirken.

Die Wirkkräfte des Homo oeconomicus waren nie so hoch wie heute

Viele Probleme ließen sich lösen, wenn wir Menschen unser irrationales Handeln ändern würden. Von anderen genau das zu verlangen, ist viel leichter als es selbst zu tun. Die Wirkkräfte des Menschen waren deshalb auch noch nie so groß wie heute und die Anlässe für ein nachhaltigeres Wirtschaften sind gleichzeitig der Bumerang seines Erfolges. Deshalb ist es unerlässlich, „dass Unternehmen lernen müssen, die Gesellschaft und deren Probleme zum Ausgangspunkt des Wirtschaftens zu machen. Nur dies ermöglicht echte unternehmerische Nachhaltigkeit”, sagt Prof. Dr. Thomas Dyllick von der Universität St. Gallen. Und darin besteht die Chance, etwas zu bewirken.

Was passiert eigentlich, wenn nichts passiert?

Was passiert, wenn ungebremstes Wachstum weiterhin unser Leitmotiv bleibt, wenn wir weiterhin unsere Ansprüche und Wünsche Realität werden lassen wollen? Wenn wir nach mehr, nach immer mehr streben, nach mehr Erfolg, mehr Macht, mehr Besitz und noch mehr Anerkennung? Wenn wir dabei das Warum und Wofür immer mehr aus den Augen verlieren? Mit mehr oder weniger absehbaren Folgen für das Klima, für das Miteinander in unseren Gesellschaften und Kulturen, für die ökologischen und sozialen Systeme, für die Regenerationsfähigkeit von Ressourcen und natürlich für uns Menschen? Die auf Profit ausgerichteten Märkte scheinen immer weniger in der Lage zu sein, eine Balance herzustellen. Augen zu und durch – wird schon. Oder doch nicht?

Was hat das Ganze mit dir zu tun?

Wenn jetzt bei dir die Überzeugung reift, dass wir als Einzelne oder als Selbstständige doch nichts bewirken können, dann widersteh dem Drang, es dir in deiner Komfortzone gemütlich zu machen. Denn du kannst etwas tun.

Info

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Quellen
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