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Steuertipps fürs Steuerjahr 2021: Wie kannst du als Solo-Selbstständige:r Steuern sparen?

Du bist selbstständig und willst bei deiner Steuererklärung das Maximum an Steuervorteilen mitnehmen? Dann solltest du unbedingt die gängigsten Tipps und Tricks kennen, um Steuern zu sparen. Das ist nicht nur für die Steuererklärung 2021 sinnvoll, sondern für deine gesamte Selbstständigkeit.

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Steuerspartipps: So holst du dir das Maximum vom Finanzamt zurück

Als Selbstständige:r hast du einige Möglichkeiten, um legal Steuern zu sparen. Je nach Unternehmung und betrieblicher Ausrichtung sind einige Besonderheiten zu beachten, daher solltest du bei konkreten Fragen mit einem oder einer Steuerberater:in Rücksprache halten.

Einige allgemeine Tipps und Tricks für Selbstständige möchten wir dir aber nicht vorenthalten. So gehst du informierter in das Gespräch und kannst im Notfall deine Steuererklärung als Selbstständige:r auch gleich selbst erstellen – und das ganz ohne finanzielle Verluste.

Kosten schon vor der Selbstständigkeit absetzen

Einige Solo-Selbstständige gehen das Unterfangen Selbstständigkeit ganz systematisch an und informieren sich vor dem Start möglichst umfassend. Solltest auch du zu dieser Gruppe von Selbstständigen gehören, kannst du unter Umständen Steuern sparen.

Nehmen wir an, du bist zu Messen oder Kongressen gefahren, um Informationen einzuholen oder Kontakte zu knüpfen, dann könnte das steuerlich interessant sein. Aber auch Seminare zur Existenzgründung oder Bücher für dein Selbststudium vorab kannst du in der Regel steuerlich als Werbungskosten geltend machen.

Da du vor deiner Selbstständigkeit diese Kosten noch nicht angeben kannst, gibt es die Möglichkeit, diese Kosten später als sogenannte vorweggenommene Betriebsausgabe im Rahmen deiner Einkommenssteuererklärung abzusetzen.

Steuertipps 2021: Abschreibungen und Sofort­abschreib­ungen

Abschreibungen sind für Selbstständige eine gute Option, Steuern zu sparen. Sie funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Du kannst die Kosten für betriebliche Anschaffungen vom Gewinn abziehen. Hast du weniger Gewinn am Ende des Steuerjahres vorzuweisen, musst du auch weniger Steuern zahlen.

Abschreibungen gibt es in unterschiedlichen Varianten: Die Kosten für geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) kannst du komplett und sofort in dem Jahr ansetzen, in dem du das jeweilige Gut kaufst. Als geringfügige Wirtschaftsgüter gelten Anschaffungen, die weniger als 800 Euro netto kosten.

Liegt die Anschaffung über dieser Grenze, aber immer noch unter 1.000 Euro, kannst du die Option Sammelposten nutzen. Dabei fasst du die Kosten kleinerer Anschaffungen (bis 1.000 Euro) zusammen und schreibst diese zusammen über einen Zeitraum von 5 Jahren ab.

Tipp

Für die Steuererklärung 2021 gilt eine neue Nutzungsdauer für Hard- und Software. Computer, Computerzubehör oder bestimmte Programme musst du nun nicht mehr über 3 Jahre abschreiben, sondern kannst diese im Jahr der Anschaffung direkt abschreiben (Sofortabschreibung).

Steuerspartipp: Arbeitsmittel absetzen

Neben Computer und Drucker nutzt du als Selbstständige:r bestimmt noch weitere Arbeitsmittel. Auch hier gilt, dass du diese Dinge beim Finanzamt angeben kannst, um Steuern zu sparen.

Zu den absetzbaren Arbeitsmitteln gehören zum Beispiel:

  • Bürobedarf wie Schreibwaren
  • Büromöbel wie Schreibtisch oder Schreibtischstuhl
  • Arbeitskleidung wie spezielle Schutzkleidung

Einzige Voraussetzung, damit du diese Anschaffungen komplett absetzen kannst: Du musst sie zu 90 Prozent beruflich nutzen. Solltest du Masken für deine betriebliche Tätigkeit benötigen, kannst du also auch diese von der Steuer abziehen. Steuerzahler:innen, die fest angestellt sind, haben diese Möglichkeit in der Regel nicht. Das ist somit eine der vielen Besonderheiten und ein wichtiger Steuertipp für Selbstständige.

Steuertipp für Selbstständige: Firmen­wagen absetzen

Einer der beliebtesten Möglichkeiten, um steuerlich zu profitieren, ist der Firmenwagen. Die Art und Weise, wie du das Fahrzeug von der Steuer absetzen kannst, hängt vom Umfang der dienstlichen Fahrten ab. Denn die haben einen Einfluss darauf, ob das Auto noch als Privatfahrzeug gilt oder dem Betriebsvermögen zugerechnet wird:

  • Auto zählt als Privatfahrzeug: Nutzt du den Wagen weniger als 10 Prozent für dienstliche Fahrten, gilt das Auto als Privatfahrzeug. Was natürlich nicht bedeutet, dass du keine Kosten absetzen kannst. Für Privatfahrzeuge kannst du die anfallenden Kosten als Betriebsausgabe ansetzen. Gut zu wissen: Für Fahrten mit dem Privatfahrzeug lohnt es sich für Selbstständige häufig mehr, die tatsächlichen Kosten anzusetzen, und sich nicht für die Kilometerpauschale zu entscheiden. Denn häufig sind die Kosten, die pro Kilometer anfallen, höher als die Pauschale von 30 Cent pro Kilometer.
  • Auto zählt zum Betriebsvermögen: Zählt das Auto zum Betriebsvermögen, kannst du die gesamten Kosten von der Steuer absetzen. Dazu gehören natürlich auch die Kosten, die du aufbringen musstest, um das Auto zu kaufen. Den Kaufpreis für betrieblich genutzte PKW kannst du jedoch nicht komplett auf einmal abschreiben, sondern nur über die gewöhnliche Nutzungsdauer. Aktuell akzeptiert das Finanzamt dabei eine Abschreibung über 6 Jahre. Pro Jahr kannst du also 16,67 Prozent des Kaufpreises von der Steuer absetzen. Im Jahr der Anschaffung gilt das anteilig pro Monat. Solltest du den Firmenwagen auch privat nutzen, musst du diese Fahrten wiederum bezahlen, denn sie gelten als Betriebseinnahmen.

Das Arbeitszimmer: Steuern sparen für Frei­beruf­ler:innen und Selbst­ständige

Als Selbstständige:r oder Freiberufler:in brauchst du natürlich auch einen Platz, an dem du arbeiten kannst. Meist ist das ein Arbeitszimmer. Nutzt du das Zimmer beruflich, kannst du die Kosten, die du für dieses Zimmer aufbringen musst, in deiner Steuererklärung angeben.

Nutzt du das Zimmer in deiner Wohnung nur zum Arbeiten, kannst du die Kosten voll geltend machen. Das gilt für

  • Miete
  • Heizkosten
  • Versicherungen
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen, wie zum Beispiel Reinigung
  • Telefon
  • Internet
  • Strom

Bist du Eigentümer:in eines Hauses und nutzt ein Zimmer in diesem Haus als Arbeitszimmer, kannst du noch weitere Kosten absetzen, nämlich:

  • Handwerkerleistungen
  • Kosten für Instandhaltung
  • Steuern für Grundeigentümer:innen

Ob und wie viel Steuern du als Selbstständige:r auf diese Weise sparen kannst, hängt davon ab, in welchem Umfang du das Zimmer als Arbeitszimmer nutzt.

Steuerspartipp: Investitions­abzugs­betrag (IAB)

Wusstest du, dass du nicht nur bereits angeschaffte Wirtschaftsgüter (wie den Firmenwagen), sondern auch geplante Investitionen von der Steuer absetzen kannst? Diese Möglichkeit zählt zu den legalen Steuertricks für Selbstständige. Dabei setzt du in deiner Steuererklärung 50 Prozent der Kosten für eine geplante Investition an. Schließlich möchtest du als Selbstständige:r up to date bleiben, da sind Investitionen nötig.

Allein das Vorhaben, in den nächsten Jahren, in dein Unternehmen zu investieren, reicht jedoch nicht aus. Du musst strenge Vorgaben erfüllen, damit du die Hälfte der Kosten schon früher absetzen und damit von dem Steuertrick profitieren kannst. Am besten besprichst du diesen Steuertipp direkt mit deinem oder deiner Steuerberater:in. Er oder sie kann dir sagen, ob du damit wirklich Steuern sparen kannst.

Steuern sparen mit Rücklagen: Geht das?

Ein weiterer beliebter Steuertipp, den du zum Beispiel in der Steuererklärung 2021 anwenden kannst, nennt sich gewinnneutrale Rücklagen. Mit diesem legalen Steuertrick kannst du eine bestimmte Summe für geplante Ersatzanschaffungen zurücklegen. Der Vorteil dieses Vorgehens: Auch diese Summe musst du nicht versteuern, da sie direkt von deinem Gewinn im betreffenden Steuerjahr abgezogen wird. In unserem Artikel zum Thema steuerliche Rücklagen erfährst du mehr zu diesem Thema.

Steuertipp für Freiberuf­ler:innen und Selbstständige: Gewinn­verschiebung

Statt den Gewinn durch Rücklagen, wie im oben erwähnten Steuertipp zu senken, kannst du den Gewinn auch einfach in das darauffolgende Steuerjahr verschieben. Das funktioniert zum Beispiel bei großen Projekten ganz gut. Statt das Projekt komplett im neuen Jahr abzurechen, kannst du einen Teil auch noch im aktuellen Steuerjahr in Rechnung stellen. So verhinderst du, dass du die komplette Summe in einem Jahr versteuern musst. Denn das könnte wegen des Progressionsvorbehalts unter Umständen zu einem höheren Steuersatz führen.

Steuertipp für Freiberuf­ler:innen und Selbstständige: Kosten für Website

Sicher hast du eine eigene Website, um neue Kund:innen zu gewinnen. Sofern du die Website ausschließlich beruflich nutzt, kannst du die Kosten als Betriebsausgaben in deiner Steuererklärung ansetzen.

Info

Gut zu wissen: Das Finanzamt erkennt dabei nicht nur die Kosten für die Erstellung der Website als Betriebsausgaben an, sondern auch die laufenden Betriebskosten wie Hosting-Gebühren etc. Sogar die Kosten, die du für eine Abmahnung (z. B. wegen eines fehlenden Impressums) tragen musst, kannst du geltend machen.

Legaler Steuertrick: Das Sponsoring

Neben deiner Website kannst du auch auf andere Weise für dich und deine Dienstleistung oder dein Produkt Werbung machen, nämlich im Rahmen von Sponsoring. Sofern das Finanzamt diese Maßnahme als Werbung anerkennt, gelten die gleichen Regelungen wie für andere Werbung auch: Du kannst die Kosten in voller Höhe als Betriebsausgaben in der Steuererklärung angeben.

Mit Spenden Steuern sparen

Freiberufler:innen und Selbstständige können diesen Steuertipp zwar nicht ganz so umfangreich wie Unternehmen nutzen. Doch auch für dich kann es sich lohnen, gemeinnützigen Organisationen einen Geldbetrag zukommen zu lassen. Denn den Betrag, den du spendest, kannst du unter bestimmten Voraussetzungen als Sonderausgabe in deiner Steuererklärung angeben. Eine schöne Sache, denn damit kannst du Steuern sparen und gleichzeitig etwas Gutes tun. Erfahre in unserem weiterführenden Artikel, wie du Spenden steuerlich absetzen kannst.

Steuerlast senken mit Geschenken

Nicht nur gemeinnützige Organisationen, auch deine Kund:innen und Geschäftspartner:innen kannst du mit einem Geschenk überraschen und davon steuerlich profitieren. Dieser Steuertipp gehört zu den bekannteren und beliebten, denn er ist ganz einfach umzusetzen: Du kaufst die Geschenke, hebst die Belege auf und setzt die Kosten als Betriebsausgaben an.

Achtung

Pro Person kannst du pro Jahr 35 Euro von der Steuer absetzen. Sollte der Betrag über dieser Grenze liegen, müssen noch weitere Voraussetzungen vorliegen, damit du die Geschenke beim Finanzamt geltend machen kannst.

Steuern sparen als Klein­unter­nehmer:in

Die Option, die Kleinunternehmerregelung nicht zu nutzen, wird außerdem immer wieder genannt, wenn es um Steuertipps für Selbstständige und Freelancer:innen geht. Im Prinzip kannst du die Kleinunternehmerregelung anwenden, solange dein Jahresumsatz unter 22.000 Euro liegt. (Das gilt für alle Umsätze ab 1.1.2020). Damit musst du keine Umsatzsteuer auf deinen Rechnungen ausweisen.

Du kannst beim Finanzamt beantragen, dennoch die Umsatzsteuer auszustellen. Das hat einen deutlichen Vorteil. Denn im Gegenzug kannst du auch die sogenannte Vorsteuer geltend machen – also Umsatzsteuer, die du für Produkte oder Dienstleistungen zahlst, die du im Rahmen deiner betrieblichen Tätigkeit benötigst.

Gerade dann, wenn du am Anfang deiner Selbstständigkeit stehst und daher viele Anschaffungen bezahlen musst, kann sich dieser legale Steuertrick für dich lohnen: Die 19 oder 7 Prozent Vorsteuer kannst du dir nämlich direkt über die Umsatzsteuervoranmeldung wieder zurückholen und so Steuern sparen.

FAQs: Häufige Fragen und Antworten rund um Steuern sparen

Welche Steuertipps für Familien solltest du kennen?

Selbstständige, die eine Familie haben, können die üblichen Freibeträge geltend machen. Dazu gehören der Kinderfreibetrag und unter Umständen ein Entlastungsbetrag für Alleinerziehende. Außerdem haben auch Selbstständige, die Eltern werden, die Möglichkeit, Elterngeld zu beantragen.

Gibt es allgemeine Steuertipps?

Von den genannten Möglichkeiten, um Steuern zu sparen einmal abgesehen, können Selbstständige auch die Steuerspartipps nutzen, die alle Steuerzahler:innen anwenden dürfen. Dabei geht es vor allem um die folgenden Bereiche:

  1. Werbungskosten
  2. Sonderausgaben
  3. außergewöhnliche Belastungen (zum Beispiel doppelte Haushaltsführung)
  4. haushaltsnahe Dienstleistungen
Zusammenfassung

Steuertipps für die Steuererklärung 2021 zusammengefasst

  • Solo-Selbstständige und Freelancer:innen sollten sich mit dem Thema Steuern beschäftigten, denn hier liegt viel Sparpotenzial.
  • Mit einfachen Steuertipps können Selbstständige ihren Gewinn und damit ihre Steuerlast senken.
  • Neben den typischen Bereichen wie Betriebsausgaben und Firmenwagen gibt es die eher unbekannten Steuerspartricks wie Sponsoring oder die Gewinnverschiebung, die Selbstständige kennen sollten.
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