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Foto: Jana Kunz (Unsplash)

Altersvorsorge, noch so ein richtig sexy Thema. Noch weniger sexy ist allerdings Altersarmut. Wer sich als Solo-Selbstständige:r nicht um sich selbst kümmert, steht später mit leeren Händen da. Deshalb gilt: Je früher man der Rentenlücke ins Auge sieht und anderweitig vorbaut, desto besser.

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Rente für Selbstständige: Meine 3 Pfeiler

Als ich mich selbstständig gemacht habe, schwirrte mir der Kopf nur so vor lauter Dingen, von denen ich wenig bis keine Ahnung hatte: Businessplan, Liquiditätsplanung, Kundenakquise, Versicherungen für Selbstständige, eigene Website. Als ich mich durch die wichtigsten Dinge durchgewühlt hatte, wartete am Ende des Aufgabentunnels statt gleißendem Sonnenlicht die warnend blinkende Frage: Und was ist mit der Rente? Ja, ich bin gerne als Selbstständige tätig und ziehe viel Zufriedenheit aus meinen Projekten, aber für immer arbeiten möchte ich auch nicht. Deshalb musste ein Plan her:

Die drei Pfeiler der Rente habe ich für mich persönlich etwas uminterpretiert.  

Erste Säule: Gesetzliche Rente

Während Angestellte in aller Regel automatisch in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen – gemeinsam mit ihrem Arbeitgeber oder ihrer Arbeitgeberin, der oder die immerhin die Hälfte beisteuert – ist das bei weitem nicht für alle Solo-Selbstständigen der Fall.  

Künstler:innen und Publizist:innen sind über die Künstlersozialkasse (KSK) abgesichert. Die übernimmt, wie auch bei der Krankenkasse, die Hälfte der Beiträge für die gesetzliche Rente. Wer nicht zu diesem Personenkreis zählt, kann sich trotzdem gesetzlich rentenversichern. Hier gilt: Auch wenn du davon im Alter nicht allein leben kannst, ist die gesetzliche Rente ein Pfeiler, auf den du nicht leichtfertig verzichten solltest. Hilfreiche Infos und Tipps zu diesem Thema findest du in unserem Beitrag zum Thema Rentenversicherung für Selbstständige.

Eigenverantwortung wagen

Auch wenn ich die KSK prinzipiell eine hervorragende Sache finde, die es mir und anderen dort Pflichtversicherten leichter macht als Selbstständigen anderer Berufsgruppen: Die Existenz dieser Institution wirft durchaus Fragen auf. Denn hinter der KSK steht ja irgendwie die Vermutung, dass man Künstler:innen und Publizist:innen pflichtversichern muss, weil sie sonst völlig aufgeschmissen wären.

Ich betrachte das auch ein Stück weit als Herausforderung zur Eigenverantwortung: Nett, dass es die KSK gibt, aber ich möchte nicht das Freigeister-Klischee erfüllen und ohne sie aufgeschmissen sein.  

Zweite Säule: ETF-Sparplan

Ich habe Riester- und Rürüp-Rente angeschaut, aber weder das eine noch das andere konnte mich überzeugen. Das für mich derzeit gangbarste Modell für die zweite Säule meiner Rentenvorsorge ist ein ETF-Sparplan. Das liegt vor allem daran, dass ich jung bin und einen entsprechend langen Anlagezeitraum vor mir habe, wahrscheinlich 25 bis 30 Jahre. Die Kosten sind niedrig, die Rendite über diesen Zeitraum vielversprechend, das Risiko dank breiter Diversifizierung überschaubar. Die Raten kann ich anpassen. Wenn es gut läuft, können Einmaleinzahlungen die Sparsumme pushen. Das ist alles sehr flexibel, unkompliziert und schmerzlos.  

Dritte Säule: Eigene Immobilie  

Mit den Immobilien ist es so eine Sache – anders als Angestellte mit unbefristetem Vertrag oder gar Beamt:innen sind die Kredit-Konditionen für Solo-Selbstständige nicht die besten. Trotzdem könnte eine Immobilie mittelfristig eine dritte Säule werden, wenn sich zum Beispiel zu einem günstigen Zeitpunkt der ETF-Sparplan als ausreichend hoher Eigenanteil einsetzen lässt.  

Dieser derzeit noch etwas vage Plan hängt natürlich auch von anderen Faktoren ab: dem Immobilienmarkt und dem Leitzins, meinen persönlichen Lebensumständen und Prioritäten. Das Gute an solchen Plänen ist ja: Man kann sie ändern und anpassen. Prinzipiell einen zu haben, bietet Orientierung und eine grobe Richtung.  

Persönliches Ziel: Früher in Rente gehen können

Über allen Überlegungen steht für mich die zentrale Frage: Wozu? Ich persönlich wünsche mir, dass ich nicht zwingend bis 67 oder gar bis 70 arbeiten muss. Wie immer gehen hier Verantwortung und Freiheit miteinander einher: Ja, als Solo-Selbstständige muss ich mich weitgehend selbst um meine Rente kümmern. Wenn ich damit aber nicht erst mit Mitte 40, sondern schon jetzt anfange, Effekte wie den Zinseszins eines ETF-Sparplans für mich nutze und meine mittel- bis langfristige finanzielle Freiheit über kurzfristigen Konsum priorisiere, dann muss ich nicht bis zum offiziellen Renteneintrittsalter warten, um beruflich kürzer zu treten.  

Ja, eines Tages, Baby, werden wir alt sein – aber nicht arm.

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