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Foto: luizclas (Pexels)

Die Offenheit von Solo-Selbstständigen

Sie sind Anwält:innen, Schauspieler:innen, IT-Spezialist:innen oder Masseur:innen. Zum Beispiel. Über zwei Millionen Menschen in Deutschland sind Solo-Selbstständige. Sie arbeiten auf eigene Rechnung und beschäftigen keine Mitarbeiter:innen. Und obwohl ihre Berufe so unterschiedlich sind, gibt es weitere Gemeinsamkeiten: Sie alle nehmen ein höheres Risiko auf sich und arbeiten im Durchschnitt mehr als Angestellte.

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Mehr Arbeit, weniger Geld, glücklicher im Job

Während diese rund 1.400 Stunden im Jahr mit dem Job verbringen, kommen Selbstständige durchschnittlich locker auf 1.906 Stunden. Außerdem verdienen Selbstständige weniger: Angestellte verfügten 2018 über ein durchschnittliches monatliches Nettogehalt von rund 1.700 Euro, bei Solo-Selbstständigen dagegen wurden im Schnitt lediglich um die 1.200 Euro in die Kasse gespült. Vor diesem Hintergrund erstaunt eine weitere Gemeinsamkeit, die verschiedene empirische Untersuchungen zeigen: Selbstständige sind im Schnitt glücklicher mit ihrer Arbeit.  

Zum Beispiel waren nach dem Fall der Mauer die Menschen in Ostdeutschland, die sich selbstständig gemacht hatten, auf einer Skala von 0 bis 10 um 1,5 Punkte glücklicher als diejenigen, die seitdem angestellt arbeiteten. Ein möglicher Grund hierfür: der größere Freiraum von (Solo-)Selbstständigen. Immerhin entscheiden sie im Gegensatz zu Angestellten ganz allein über ihre Arbeit. Sie können ihre Fähigkeiten und Ideen eigenständig entfalten und entwickeln.  

Für diese These spricht der Umstand, dass 36 Prozent aller Selbstständigen im Rahmen einer Auftragsstudie des Forschungsinstituts Yougov angaben, sie würden ihren Beruf erneut wählen, weil die Arbeit sie erfülle. Bei den Angestellten nannten lediglich zehn Prozent die Arbeit selbst als Motiv dafür, den eigenen Beruf noch einmal zu ergreifen. Bei ihnen überwog als Grund die sichere Bezahlung. Entsprechend würde lediglich rund ein Drittel der Angestellten weiterarbeiten, wenn sie finanziell ausgesorgt hätten. Bei den Selbstständigen waren es etwa doppelt so viele.  

Freiraum für das Neue  

Gehören Selbstständige also eher zu der beneidenswerten Gruppe der Menschen, die für eine bestimmte Aufgabe ein Leben lang brennt? Mitnichten! Laut der Auftragsstudie von Yougov arbeiten deutlich weniger von ihnen in dem Beruf, den sie ursprünglich mal gelernt haben (nur 35 Prozent). Bei den Angestellten waren es knapp die Hälfte aller Befragten. Als Grund für den Berufswechsel gaben die meisten Selbstständigen (52 Prozent) an, sie hätten Lust auf etwas Neues gehabt. Bei den Angestellten war dieses Motiv nur für 38 Prozent entscheidend. Selbstständige scheinen also eher ihren Interessen und Neigungen zu folgen – und damit Veränderungen im Durchschnitt aufgeschlossener gegenüberzustehen als Angestellte.  

Vom Glück des Ausprobierens  

Die Solo-Selbstständigkeit gibt den notwendigen Freiraum für das Neue. Und so beginnt eine Schauspielerin mit einem Mal, das sichere Auftreten in Videokonferenzen zu coachen. Ein Autor lässt sich zum Therapeuten ausbilden, eine Ingenieurin entwickelt Marketing-Konzepte für technische Produkte. Und eine Übersetzerin schreibt einen Blog über das Ausprobieren – jede Woche macht sie etwas Neues: Sie besucht eine Esoterikmesse, spielt Pingpong mit Punks oder schlüpft in eine Fett-weg-Hose. Die Rede ist von Isabel Bogdan. „Sachen machen“ hieß ihr Blog, der so viele Follower:innen bekam, dass der Rowohlt Verlag auf ihn aufmerksam wurde und ihr erstes Buch erschien.  

Isabel Bogdan ließ es dabei weder bewenden noch schrieb sie etwas Ähnliches ein zweites Mal – nach dem Motto: Was einmal geklappt hat, funktioniert auch wieder. Nein, im Anschluss an „Sachen machen“ verfasste sie zwei sehr unterschiedliche, aber jeweils äußerst erfolgreiche Romane. In „Laufen“, ihrem jüngsten Erfolgstitel, geht es um eine Frau, die nach einem schweren Verlust in ihr Leben zurückfindet. Auf einer tieferen Ebene handelt der Roman vor allem von einem: davon, dass es immer auch anders geht. Eine Zuversicht, die Isabel Bogdan mit vielen Solo-Selbstständigen teilt.

Zu guter Letzt: Drei häufige Fragen zur Offenheit von Solo-Selbstständigen

Arbeiten Solo-Selbstständige mehr und verdienen weniger als Angestellte?

Ja. Angestellte arbeiten im Jahr ca. 1.400 Stunden und verfügen über ein durchschnittliches Monatseinkommen von 1.700 Euro netto. Solo-Selbstständige arbeiten hingegen im Durchschnitt 1.906 Stunden und erhalten nur 1.200 Euro netto pro Monat.

Sind Selbstständige glücklicher in ihrem Job?

Ja. Eine Studie des Forschungsinstituts Yougov zeigt, dass 36 Prozent der Selbstständigen denselben Beruf wieder wählen würden. Bei den Angestellten waren es nur 10 Prozent, die den gleichen Beruf wieder ausüben würden.

Welche Vorteile bringt die Selbstständigkeit mit sich?

Die Selbstständigkeit bietet die Freiheit, etwas Neues auszuprobieren. Außerdem können Selbstständige allein über ihre Arbeit entscheiden sowie Ideen eigenständig realisieren und weiterentwickeln.

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