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Foto: Ricardo Gomez Angel

Jede:r kann etwas für ein nachhaltigeres Verhalten und Wirtschaften bewirken – durch eigenes Handeln oder die Befähigung Dritter. Je erfolgreicher dieses Unterfangen gelingt, desto höher ist der „M“-Faktor, der Multiplikationsfaktor. Solo-Selbstständige können in ihren Rollen – etwa als Designer:in, Berater:in oder Handwerker:in – mit ihrer Reichweite das Bewusstsein für ein nachhaltigeres Verhalten enorm steigern.

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Bedeutung des M-Faktors

Im Wesentlichen wird in der Volkswirtschaftslehre mit dem „M“-Faktor ein Multiplikationsfaktor bezeichnet, der die Auswirkung eines ursprünglichen wirtschaftlichen Impulses auf eine abhängige Variable angibt. Übertragen auf das Thema Nachhaltigkeit gibt der M-Faktor an, wie viele andere Menschen ein nachhaltig agierender und wirkender Mensch inspirieren kann, bessere und nachhaltigere Entscheidungen zu treffen.

Exponentielle Reichweite bewusst machen

Die Reichweite von Solo-Selbstständigen ist vielleicht sogar größer als die Reichweite von Entscheider:innen und Mitarbeiter:innen in Organisationen und Unternehmen. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn Solo-Selbstständige nicht nur als eigenständige Unternehmer:innen angesehen werden, sondern als Botschafter:innen pro Nachhaltigkeit im Auftrag ihrer Zielgruppe.

Die Reichweite für ein nachhaltigeres Verhalten und Wirtschaften vergrößert sich von Stufe zu Stufe exponentiell:

  1. Stufe 1: Einzel-Kosmos Privatperson
  2. Stufe 2: Mikro-Kosmos Solo-Selbstständige:r
  3. Stufe 3: Meso-Kosmos der Kund:innen
  4. Stufe 4: Makro-Kosmos Ökosystem der Kund:innen

Die äußere Nachhaltigkeit folgt der inneren Nachhaltigkeit

Sich als Solo-Selbstständige:r auch privat nachhaltig zu verhalten und zu wirtschaften, ist die Voraussetzung für ein glaubwürdiges Auftreten gegenüber der beruflichen Zielgruppe. Die Reichweite erhöht sich, wenn die eigene Selbstständigkeit den Prinzipien des nachhaltigen Wirtschaftens folgt. Mit dem Wissen über die Gestaltung von Nachhaltigkeitsaspekten in Organisationen und Unternehmen steigt die Reichweite immer weiter an. Sie explodiert förmlich, wenn sich die Maßnahmen nicht nur auf den eigenen Geschäftsbetrieb konzentrieren, sondern darüber hinaus in die relevanten Öko-Systeme der Auftraggeber:innen wirken.

Stufe 1: Einzel-Kosmos Privatperson

Nachhaltiges Verhalten beziehungsweise Wirtschaften ist ein handlungsleitendes Prinzip. Wenn sich Menschen dafür entscheiden, ein nachhaltigeres Leben zu führen, dann gibt es viele Themenfelder, in denen sie etwas für eine enkelgerechte Zukunft bewirken können.
Wir gestalten Zukunft, wenn wir …

  • unser Mobilitätsverhalten konsequent verändern (unter anderem Verzicht auf Autofahrten und Flugreisen zugunsten der Nutzung von Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln)
  • uns nachhaltiger ernähren (unter anderem Verzicht auf Fleisch und Konsum von Produkten aus ökologischem, regionalem Anbau)
  • nachhaltiger konsumieren (etwa wenn wir Dinge reparieren, verleihen, tauschen, gebraucht kaufen oder fair, ökologisch und regional kaufen)
  • den Energieverbrauch unserer Wohnungen und Häuser kontinuierlich senken, selbst erneuerbaren Strom herstellen oder nutzen und keine weiteren Flächen versiegeln
  • vermehrt Kleidung nutzen, die ökologisch nachhaltig hergestellt und fair produziert wird
  • sparsamere Elektrogeräte nutzen und einen extensiveren Umgang mit mobilen Endgeräten pflegen (etwa wenn es um das Streamen von Videos geht)
  • unser Geld in nachhaltige Anlagen investieren

Natürlich müssen wir nicht in jedem und allem perfekt sein. Aber nichts zu tun, ist keine Lösung.

Nach dem Pareto-Prinzip zu agieren, ist eine Handlungsmaxime: Dabei werden zunächst die Möglichkeiten identifiziert, die schnell und mit einem angemessenen Aufwand umgesetzt werden können. Danach kommen all die Themen dran, die aufwendiger umzusetzen sind. Ein Aspekt ist nicht zu unterschätzen: Wenn Nachhaltigkeit als innere Haltung verinnerlicht ist, dann werden wir als Privatperson diese Haltung auch in dem eigenen sozialen Umfeld vertreten und somit unseren Wirkungsgrad erweitern.

Stufe 2: Mikro-Kosmos von Solo-Selbstständigen

Nimmt nachhaltigeres Verhalten und Wirtschaften Einzug in den beruflichen Kontext von Solo-Selbständigen, kommen weitere Handlungsfelder hinzu. Unter anderem in folgenden Bereichen spielen ökologische und soziale Aspekte eine immer größere Rolle:

  • Wahl von Arbeitsmaterialen und Hilfsmitteln
  • Nutzung von Maschinen und Werkzeugen
  • Design von Produkten
  • Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien
  • Zusammenarbeit mit Finanzpartner:innen

Ein Beispiel: Allein die Überlegung, wo und in welchem Umfang Daten entstehen und – gegebenenfalls redundant – gespeichert werden, beeinflusst den Energieverbrauch.

Stufe 3: Meso-Kosmos der Kund:innen

Diese Stufe beinhaltet alle Initiativen und Anstrengungen, die darauf ausgerichtet sind, die Geschäftstätigkeit der Kund:innen nachhaltiger zu gestalten. Wenn durch das Wirken von Solo-Selbstständigen ein Umdenken stattfindet, die Chancengleichheit der Geschlechter oder das betriebliche Gesundheitsmanagement verbessert wird, wenn weniger Energie und Wasser verbraucht oder erneuerbare Energien intensiver genutzt werden, dann ist die Reichweite allein schon deshalb um ein Vielfaches höher, weil viele Menschen in dem Unternehmen oder der Organisation arbeiten. Die dritte Stufe zur Erweiterung der eigenen Reichweite als Solo-Selbstständige:r zündet aber nur, wenn die ersten beiden Stufen gelebt und authentisch vermittelt werden. Nur wenn die äußere Nachhaltigkeit der inneren Nachhaltigkeit folgt, ist nachhaltigeres Verhalten und Wirtschaften dauerhaft möglich – und zudem der beste Schutz vor dem Verdacht von Greenwashing.

Stufe 4: Makro-Kosmos Ökosystem der Kund:innen

Wird durch die Arbeit von Solo-Selbstständigen ein Produkt nachhaltiger gestaltet – etwa, weil es länger nutzbar, ressourcenschonender, reparier- oder recyclingfähig ist – dann vergrößert sich die Reichweite nochmals. Dann erreicht der „M“-Faktor seine maximale Ausprägung, weil die Kund:innen der Kund:innen davon profitieren und es ihnen damit leichter gemacht wird, sich nachhaltiger verhalten oder wirtschaften zu können.  

Auch wenn der Multiplikationsfaktor statistisch nicht gemessen werden kann, ist es ein gutes Gefühl zu wissen, dass es einen Unterschied macht, sich bei jeder Gelegenheit für ein nachhaltigeres Verhalten und Wirtschaften einzusetzen. Das treibt mich an.

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