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Steigende Preise und eine hohe Inflation machen auch vor Einzelunternehmer:innen nicht Halt. Aber nicht nur in Krisensituationen, sondern auch in guten Zeiten kann es für Solo-Selbstständige sinnvoll sein, den Rotstift bei den Betriebskosten anzusetzen. In diesem Beitrag geben wir dir praktische Tipps, wie du deine Kosten senken kannst und welche Kostenstellen die größten Geldfresser sind.

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Wann ist es sinnvoll, Kosten zu senken?

Kosten und Investitionen gehören zum Unternehmertum dazu. Ganz vermeiden lassen sie sich also nicht. Dennoch können gerade zu hohe Betriebskosten den Erfolg deines Business gefährden.

In schlechten Zeiten bzw. in einer Krise helfen dir Einsparungen dabei, deine Kosten zu drücken und damit die finanzielle Belastung zu senken. Das kann gerade dann wichtig sein, wenn du damit eine drohende Zahlungsunfähigkeit abwehren kannst. Zu hohe Kosten sind aber auch in Hochphasen lästig, da sie deine Gewinnspanne schmälern. Damit schränken sie ein Stück weit auch deine Handlungsfähigkeit ein.

Wenn du jetzt denkst, du kannst deine Kosten nicht weiter senken, weil du kein Lager hast oder schon effizient arbeitest, magst du damit vielleicht zum Teil recht haben. Dennoch lohnt sich eine gründliche Überprüfung. Denn gerade kleine Kostenpunkte summieren sich und reißen langfristig ein großes Loch in deinen Geldbeutel.

Info

Bürokosten häufig zu hoch

Auch bei Einzelunternehmer:innen sind die Kosten für Computer und Büromaterial häufig zu hoch. Mit etwas Sorgfalt kannst du rund 10 Prozent der Bürokosten einsparen. Etwa durch weniger Papierverbrauch oder eine sorgfältige Mülltrennung.

Ausgaben senken durch Prozess­optimierung

Willst du deine Kosten optimieren, solltest du aber nicht einfach die Heizung abstellen oder deinen Drucker wegwerfen, um schnell deine Ausgaben zu schmälern. Denn eine kurzfristige Kosteneinsparung kann langfristig höhere Folgekosten nach sich ziehen und für dich damit unterm Strich teurer werden. Eine Senkung der Fixkosten ist vielmehr ein langfristiges Projekt, das gründlich geplant und gut durchdacht sein sollte.

Tipp

Erfahre in unserem weiterführenden Artikel, wie du deine Fixkosten berechnen kannst.

Meist geht der Plan, Kosten zu senken, mit Prozessanpassungen einher. Auch deshalb machen schnelle Entscheidungen oft wenig Sinn. Schließlich muss eine Prozessoptimierung neu strukturiert und aufgebaut werden.

Als Einzelunternehmer:in hast du jedoch den Vorteil, dass du für gewöhnlich an allen Prozessen direkt beteiligt bist. Dadurch siehst du auch eher, wo es noch Einsparpotenziale gibt, kannst Preise vergleichen und so unnötige Kosten einsparen.

Welche Betriebs­kosten kann man reduzieren?

Auch Solo-Selbstständige haben zahlreiche Betriebskosten, die regelmäßig anfallen. Hierzu gehören Kostenstellen, wie z. B. Miete, Energiekosten, Marketingmaßnahmen oder Versicherungsbeiträge.  

Je nachdem, wie dein Unternehmen aufgestellt ist, hast du also auch entsprechend viele Möglichkeiten, um deine Fixkosten zu reduzieren. Die wichtigsten Kostenpunkte haben wir die nachfolgend aufgelistet.

Lager­kosten senken

Für viele Unternehmer:innen wie z. B. Handwerker:innen ist ein Materiallager unverzichtbar. Dafür benötigen sie manchmal ein Betriebsgelände mit einem Lagergebäude. Oft ist die Lagerhaltung jedoch nicht optimiert. Denn viele beschaffen Material, um alles da zu haben. Genau hier liegt aber das Problem.

Während du häufig benötigte Werkstoffe auf Lager haben solltest, macht eine pauschale Vorratshaltung nur wenig Sinn. Einerseits bindet ein hoher Lagerbestand wenig gebrauchter Werkstoffe unnötig Kapital. Andererseits können Wertverluste durch Preisveränderungen Rohstoffe zu einem Kostenfaktor ohne Profit machen.

Eine umfangreiche Inventur hilft dir, unnötige Lagerbestände zu senken und dadurch bares Geld zu sparen.

Tipp

Nutze ein professionelles Warenwirtschaftssystem, um deine Materialien und dein Lager optimal zu verwalten. Speziell für Handwerker:innen bietet Lexware eine bewährte Handwerkslösung, die ganz leicht zu bedienen ist.

Energie­kosten reduzieren

Zu den größten Kostenpunkten in Unternehmen zählen die Energiekosten. Je nach Branche fallen diese natürlich unterschiedlich hoch aus. Aufgrund der steigenden Strom- und Gaspreise lohnt es sich aber für jede:n Einzelunternehmer:in, die Energiekosten zu senken.

Einsparungen erreichst du zum einen durch Sparsamkeit. Etwa indem du Geräte oder Licht ausgeschaltet lässt, wenn du sie nicht benötigst. Andererseits kannst du auch durch die Wahl des Strom- oder Gasanbieters deine monatlichen Fixkosten senken. Weiterhin gibt es nachhaltige Energiekonzepte wie Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach, mit deren Hilfe sich Energiekosten reduzieren lassen.

Bei den Miet­kosten sparen

Während manche Unternehmen ein eigenes Betriebsgelände erfordern, können andere ihren Job theoretisch ohne eigenes Büro ausführen. Du solltest dich also erst einmal fragen, ob du einen Raum mieten musst oder auch ohne zurechtkommst. Gerade Büroräume in attraktiven Innenstadtlagen sind teuer und verursachen hohe monatliche Fixkosten.

Unter Umständen reicht dir auch eine Räumlichkeit etwas außerhalb oder ein Arbeitsplatz in einem Coworking Space. Wenn du nur wenig persönlichen Kundenkontakt hast, den du im Büro empfängst, könnte ein Wechsel also durchaus Sinn machen, um Kosten zu sparen.

Werbung und Marketing auf die Zielgruppe zuschneiden

Nicht auf die Zielgruppe zugeschnittene Online-Ads oder teure Werbeanzeigen in Printmedien können schnell ein Loch in das Werbebudget reißen. Oft werden Maßnahmen umgesetzt, obwohl man eigentlich gar nicht weiß, ob das Ganze etwas bringt.

Ein Grundverständnis von Marketing solltest du als Solo-Selbständige:r daher haben. Schließlich musst du dich ja auch selbst vermarkten, um Kund:innen zu gewinnen. Auf der anderen Seite weißt du dann auch besser, was für dich Sinn macht und was nicht. So sparst du unnötige Werbekosten für Flyer oder Anzeigen, mit denen du deine Zielgruppe am Ende gar nicht erreichst.

Tipp

Konzentriere dich auf die wirkungsvollsten Werbemaßnahmen

Überprüfe deine bisherigen Werbeaktivitäten und konzentriere dich nur auf die wirkungsvollsten Maßnahmen. Teure Marketingaktionen, die dir keine neuen Kund:innen bringen, solltest du vermeiden.

Produktions­kosten senken

Hast du eine eigene Fertigung und willst deine Produktionskosten senken, geht dies in der Regel mit einer Prozessoptimierung einher. Analysiere die Abläufe genau und entscheide erst dann, wo du was verändern willst.

Nur notwendige Versicherungen abschließen

Über die Jahre kommen bei den meisten Unternehmer:innen einige Versicherungen zusammen. Während du manche Policen brauchst, gibt es andere, auf die du getrost verzichten kannst. Mache am besten einen Versicherungscheck bei einem neutralen Berater oder einer Beraterin. So findest du heraus, wo du sparen kannst. Diese Tipps helfen dir dabei:

  • Vergleiche Tarife und wähle den, der in Bezug auf Kosten und Leistungen am besten zu dir passt.
  • Du brauchst nicht immer die Premium-Versicherung mit allen Leistungen. Oft reicht eine abgespeckte Version bereits aus.
  • Kündige Verträge rechtzeitig, damit diese sich nicht verlängern, wenn du sie nicht mehr brauchst.
  • Versichere dich nur gegen existenzbedrohende Risiken.

Weitere Infos hierzu kannst du in unserem Artikel zum Thema Versicherungen für Selbstständige nachlesen.

Bürokosten optimieren

In jedem Unternehmen fallen Bürokosten an. Vom Smartphone über Schreibwaren wie Stifte und Papier bis hin zu Kosten für Geräte wie PC oder Drucker braucht fast jedes Unternehmen zumindest eine gewisse Ausstattung.

  • Überlege dir, welche Geräte du wirklich brauchst und wie oft du diese benutzt. Du brauchst dir z. B. keine teure Telefonanlage anschaffen, wenn du nur über dein Smartphone mit Kunden kommunizierst.
  • Drucke nur die Dokumente aus, die du in Papierform brauchst, und switche ansonsten auf ein digitales Büro, um Druckkosten zu senken. Das schont gleichzeitig die Umwelt.
  • Vergleiche Handytarife und wähle den, der für deinen Bedarf ausreicht und am wenigsten kostet.

Firmen­fahr­zeug: Teure Leasing­verträge vermeiden

Als Einzelunternehmer:in wirst du wohl in den seltensten Fällen einen ganzen Fuhrpark haben. Ein Firmenwagen für Selbstständige kann je nach Branche aber dennoch sinnvoll sein.

  • Den meisten Kund:innen ist es wahrscheinlich egal, ob du im Volkswagen oder im Ferrari vorfährst. Manchmal ist weniger sogar mehr. Vor allem, wenn es darum geht, Kosten zu senken. Vermeide teure Leasingverträge – so bleibt dir mehr Geld für andere Dinge.
  • Wenn du viel mit dem Auto unterwegs bist, kann sich der Umstieg auf ein E-Auto durchaus lohnen.
  • Vermeide überflüssige Fahrten und plane deine Touren so, dass du mit einer Strecke möglichst viele Stationen anfahren kannst.

Was brauche ich wirklich für mein Business?

Die monatlichen Kosten zu reduzieren, macht immer Sinn. Dennoch solltest du nicht einfach drauf lossparen, sondern dir genau überlegen, welche Ausgaben du senken kannst und welche nicht.

Die gute Nachricht: In aller Regel hat jedes Unternehmen Einsparpotenziale. Mit großer Wahrscheinlichkeit wirst also auch du etwas finden, wo du den Rotstift ansetzen kannst. Wichtig ist, ehrlich mit dir selbst zu sein und wirklich zu überlegen „Was brauche ich für mein Business und was kostet nur unnötig Geld?

Zusammenfassung

Kosten senken zusammengefasst

  • Kosten gehören zum Unternehmertum dazu. Sie lassen sich also nicht ganz vermeiden.
  • Deine Ausgaben auf das Nötigste zu beschränken, hilft dir in guten wie in schlechten Zeiten, Kosten zu senken, Gewinne zu steigern und eine drohende Zahlungsunfähigkeit abzuwehren.
  • Du solltest deine Kostenpunkte gründlich überprüfen. Denn gerade kleine Kosten summieren sich.
  • Kosten lassen sich häufig am besten durch Prozessoptimierungen reduzieren.
  • Einsparungen bei Fixkosten sollten immer gut überlegt sein. Eine kurzfristige Ersparnis kann sonst unter Umständen langfristig teurer werden.
  • Es gibt verschiedene Kostenstellen, die du nach möglichen Einsparpotenzialen untersuchen kannst. Dazu gehören z. B. Lager, Energie, Fuhrpark, Miete, Marketing, Versicherung, Büro und Produktion.
  • Die Energiekosten zählen zu den größten Kostenfressern für viele Unternehmer:innen. Mit den steigenden Strom- und Gaspreisen solltest du dir deshalb unbedingt Gedanken über nachhaltige Energiekonzepte machen, mit denen du unabhängiger wirst.
  • Mit etwas Sorgfalt kannst du rund 10 Prozent deiner Bürokosten einsparen.
  • Versichere dich nur gegen existenzbedrohende Risiken.
  • Mache dir einen Plan zur Kosteneinsparung und überlege genau, was du wirklich für dein Business brauchst und worauf du verzichten kannst.
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