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Zwei 500- und ein 200-Euro-Schein, die an Wäscheleine hängenIcon Video abspielen
Foto: Pixabay (Pexels)

Money, Money, Money: Warum du dich mit Geld beschäftigen solltest

Solo-Selbstständige sind immer auch Unternehmer:innen. Budgets, Steuern und finanzielle Absicherung gehören zum Job. Ich liebe Zahlen. Und Excel-Tabellen. In einer Artikelreihe schreibe ich über alles, was Finanzen betrifft. Heute: Fünf Argumente für die Auseinandersetzung mit dem schnöden Mammon.

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Excel-Tabellen sind mein Candy-Crush. Wenn ich zwischen zwei anstrengenderen Aufgaben eine Verschnaufpause brauche, dann spiele ich ein bisschen damit herum. Ich kann nachvollziehen, in welchen Monaten ich meine Umsatzziele übertroffen habe und in welchen nicht. Ich kann immer eine akkurate Prognose darüber abgeben, wie viel Einkommensteuer fällig wird; meine Einnahmen und Ausgaben sind lückenlos dokumentiert. Dieses Jahr habe ich bisher 31,79 Euro für Porto ausgegeben.

Okay, so genau muss man es vielleicht nicht wissen. Aber sich mit Geld auseinanderzusetzen und auch diese Seite des Unternehmertums kompetent und selbstsicher zu navigieren – das ist etwas, wovon alle Solo-Selbstständigen profitieren können. Kurz gesagt: Geld ist nicht schmutzig. Etwas ausführlicher: Hier sind fünf Argumente für die Auseinandersetzung mit deinen Finanzen:

Ohne Moos nix los

Auf die Frage, wann man eigentlich freie:r Journalist:in sei, sagte während meiner Ausbildung ein Trainer: „Wenn man davon leben kann.“ Das lässt sich auf viele andere Berufe anwenden, die nicht geschützt sind. Wann ist man Webdesigner:in, Coach:in, Fotograf:in oder Berater:in? Die Antwort ist immer: Wenn man davon leben kann. Eine fancy Webseite und ein Zertifikat sagen erstmal wenig aus. Das alles ist Oberfläche. Solide Finanzen hingegen sind Substanz. Ohne hat man ein Hobby. Mit hat man einen Job. Bevor man sich also ein schickes Logo zulegt, sollte man sich erstmal ums Budget kümmern.

Finanzielles Wissen ist Macht

Als ich am Businessplan für meine Gründung saß und zum ersten Mal über das Wort „Liquiditätsplanung“ stolperte, da fühlte ich mich sehr unmündig. Ich hatte nicht den blassesten Schimmer, was das sein sollte – aber ich wollte es unbedingt verstehen und Zahlen aller Art zu meinen Verbündeten und, gewissermaßen, Geschäftspartnern machen.

Die Planung, Dokumentation und Evaluation der eigenen Finanzen sind ein wichtiger Baustein der Unternehmensentwicklung. Geld ist eine Form der Gestaltung. Und Wissen darüber, wie das geht, ist Macht.

Geld kann jede:r

Zugegeben: Viele sind vom Thema Finanzen erstmal abgeschreckt. Vielleicht haben sie traumatische Erinnerungen an den Matheunterricht in der Schule oder sogar Versagensängste. Hier also die gute Nachricht: Ihr müsst keine komplizierten Funktionen ableiten und auch keine Wahrscheinlichkeiten berechnen. Die vier Grundrechenarten und ein bisschen Prozentrechnen genügen.

Alles, was ihr verstehen müsst, ist eine gewisse Betriebslogik: Was nehme ich ein? (=Umsatz) Was gebe ich für mein Business aus? (=Betriebsausgaben) Was bleibt übrig? (=Gewinn) Wie viel davon gehört dem Finanzamt? (=Steuern) Und wie viel mir? (=Gewinn nach Steuern)

Das wären schon die wichtigsten Basics. Alles andere kommt dann Stück für Stück dazu.

Gute Finanzen = guter Schlaf

Schlaf und Gesundheit leiden unter finanziellen Sorgen. Zur Freiheit als Solo-Selbstständige:r gehört die Unsicherheit zu einem gewissen Maße hinzu. Mit einem finanziellen Polster, gutem Wirtschaften und einem soliden Überblick über die Zahlen kann man damit aber gut leben. Und auch gut schlafen.

Über Geld redet man

Zur Auseinandersetzung mit dem Geld gehört auch, darüber zu reden. Mit Auftraggeber:innen sowieso – Honorar ist keine Fußnote, sondern integraler Bestandteil eines Angebots. Aber auch mit Kolleg:innen sollte man sich darüber austauschen, was man verdient, völlig frei von Neid und Bewertung. Bevor ich ein Angebot abgebe, versuche ich immer herauszufinden, was im entsprechenden Bereich üblich ist. Anderen Selbstständigen gebe ich genauso selbstverständlich Auskunft über meine Honorare. Über Geld zu reden, das ist eine Waffe. Wir sollten sie zu unseren Gunsten nutzen.

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