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Wenn das Geschäft gut angelaufen ist, ist das eine große Erleichterung für Selbstständige: Du kannst deinen Lebensunterhalt bestreiten und allmählich wächst der Kundenstamm. Mit steigenden Umsätzen kommen aber auch immer mehr Verpflichtungen wie die Umsatzsteuerzahlung dazu. Was es mit der Dauerfristverlängerung der Umsatzsteuer auf sich hat und ob sie auch für dich infrage kommt, erfährst du in diesem Beitrag.

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Was ist eine Dauerfrist­verlängerung?

Bei einer Dauerfristverlängerung erlaubt das Finanzamt Unternehmen und Selbstständigen, ihre Umsatzsteuervoranmeldung einen Monat später einzureichen. In § 18 Abs. 6 UStG ist die Dauerfristverlängerung gesetzlich geregelt.

Wann ist es sinnvoll, eine Dauerfristverlängerung zu beantragen?

Schaffst du es aus diversen Gründen nicht immer, deine Umsatzsteuervoranmeldungen pünktlich einzureichen, solltest du einen Antrag auf Dauerfristverlängerung in Erwägung ziehen. Denn bei verspäteter Abgabe droht ein Verspätungsgeld. Dieser sogenannte Säumniszuschlag beträgt monatlich 1 % der Steuerschuld und wird bereits einen Tag nach Ablauf der Frist fällig.

Wie und wo beantragst du die Dauerfristverlängerung?

Über das Portal ELSTER kannst du ganz einfach die Dauerfristverlängerung bei deinem Finanzamt elektronisch beantragen. Auf postalischem Wege wir die Anmeldung nur in Ausnahmefällen angenommen – zum Beispiel wenn eine Person keinen Zugang zum Internet hat.

In der Regel gewährt das Finanzamt jede Dauerfristverlängerung. Eine Ablehnung erfolgt prinzipiell nur in Einzelfällen, wie zum Beispiel wenn ein:e Unternehmer:in fällige Steuern nicht rechtzeitig oder gar nicht zahlt. Daher musst du nicht auf eine Bestätigung warten: Hast du keine Ablehnung erhalten, gilt dein Antrag als angenommen.

Info

Gut zu wissen: Du musst die Dauerfristverlängerung nicht jedes Jahr neu beantragen – sie ist zeitlich unbegrenzt und gilt bis zum Widerruf.

Welche Voraus­setzungen gelten für eine Dauerfrist­verlängerung?

Grundsätzlich gibt es für alle Unternehmen und Solo-Selbständigen eine Umsatzsteuerpflicht. Ausgenommen von dieser Verpflichtung sind Kleinunternehmer:innen, deren Umsätze jährlich unter 22.000 € liegen und die von dieser Befreiung Gebrauch machen. Medizinische Berufe wie Ärzt:innen oder Heilpraktiker:innen müssen ebenfalls keine Umsatzsteuer erheben und abführen.

Hast du dich dazu entschieden, die Dauerfristverlängerung zu beantragen, musst du folgende Voraussetzungen beachten:

  • Elektronische Antragstellung beim Finanzamt
  • Einhaltung der Fristen: Die Fristen sind davon abhängig, in welchen Intervallen du die Umsatzsteuervoranmeldung machst. Monatszahler:innen können sie zum jeweiligen Stichtag – also zum 10. jeden Monats – beantragen, damit sie noch für den Vormonat gilt. Hingegen müssen Quartalszahler:innen die Dauerfristverlängerung bis zum 10. April – beziehungsweise bis zum 10. des letzten Quartalsmonats -- beantragen, wenn sie für das vergangene Quartal greifen soll. Allerdings gilt die Verlängerung nicht für ein ganzes Quartal, sondern ebenfalls für einen Monat.
  • Sondervorauszahlung: Im Falle einer monatlichen Umsatzsteuervoranmeldung wird eine Sondervorauszahlung, wenn du eine Dauerfristverlängerung in Anspruch nimmst. Diese dient als Sicherheit für das Finanzamt und ist von der Höhe der Umsatzsteuervoranmeldungen des Vorjahres abhängig: Sie beträgt immer 1/11 davon. Wichtig zu wissen ist, dass dieser Betrag mit der letzten Umsatzsteuervoranmeldung verrechnet wird. Eine Sondervorauszahlung für die Dauerfristverlängerung ist bei vierteljährlicher Abgabe nicht notwendig.

Was gilt für die Dauerfrist­verlängerung bei Neu­gründungen?

Auch wenn du dich erst vor Kurzem selbstständig gemacht hast, steht dir eine Dauerfristverlängerung zu. Besonders zu Beginn deiner Selbstständigkeit brauchst du wahrscheinlich etwas mehr Zeit, um dich mit deinen neuen Aufgaben zu arrangieren – eine Dauerfristverlängerung der Umsatzsteuervoranmeldung stellt dir genau diese Zeit zur Verfügung.

Wie oft du eine Umsatzsteuervoranmeldung machen musst, hängt zunächst von der im Vorjahr gezahlten Umsatzsteuer ab:

  • Bis 1.000 Euro: Hier reicht die jährliche Umsatzsteuerklärung
  • Zwischen 1.000 und 7.500 Euro: Du musst du vierteljährlich eine Umsatzsteuervoranmeldung machenzahlen
  • Bei mehr als 7.500 Euro musst du monatlich zahlen

Im Gründungsjahr ist die Höhe deiner voraussichtlichen Umsatzsteuer maßgeblich zur Ermittlung des Voranmeldungszeitraums. Im Folgejahr kommt es darauf an, wieviel Umsatzsteuer du tatsächlich im Gründungsjahr gezahlt hast.

Tipp

Dank der Dauerfristverlängerung hast du mehr Zeit für deine Buchhaltung. Falls du deine Umsatzsteuervoranmeldungen monatlich machen musst, solltest du zunächst prüfen, ob du überhaupt liquide genug für die Sondervorauszahlung bist. Wenn du noch keine hohen Umsätze verzeichnest, kann sie höher ausfallen als eine reguläre Umsatzsteuervorauszahlung.

Kann die Dauerfrist­verlängerung wider­rufen werden?

Es gibt zwei denkbare Szenarien, in denen eine Dauerfristverlängerung auch nach erfolgreicher Beantragung widerrufen werden kann:

Widerruf durch das Finanzamt

Ein nachträglicher Widerruf der Dauerfristverlängerung kann durch das Finanzamt erfolgen, wenn die du nach Antragsstellung verspätet oder gar nicht zahlst.

Widerruf durch Selbstständige

Selbstständige können die Dauerfristverlängerung jederzeit und ohne Angabe besonderer Gründe widerrufen. Das ist sinnvoll, wenn du die Vorsteuer schneller zurückbekommen möchtest. Außerdem entfallen dann die Sondervorauszahlungen für dich.

Zusammenfassung

Dauerfrist­verlängerung zusammen­gefasst

  • Eine Dauerfristverlängerung gibt Unternehmen und Selbstständigen die Möglichkeit, ihre Umsatzsteuervoranmeldung einen Monat später einzureichen.
  • Den Antrag zur Dauerfristverlängerung kannst du online über das Portal ELSTER beim Finanzamt stellen.
  • Prinzipiell wird jeder Antrag bewilligt.
  • Die Dauerfristverlängerung ist zeitlich unbegrenzt und gilt bis zum Widerruf.
  • Die Dauerfristverlängerung kannst du bei vierteljährlicher Zahlung der Umsatzsteuer bis zum 10. April einreichen. Die Frist für Monatszahler:innen ist der 10. jeden Monats.
  • Monatszahler:innen müssen eine Sondervorauszahlung tätigen, die 1/11 der Umsatzsteuervoranmeldung des Vorjahres beträgt.
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